Drüpal Rocks war das sprichwörtliche Motto der vergangenen Drupalcon in Kopenhagen. Damit das in allen Belangen auch funktioniert, haben die Organisatoren rund um Morten "mortendk" Birch Heide-Jørgensen alle Bereiche der Con auf Rock getrimmt. Eine eigenes Drupalbier, die sogenannte Awesome Sauce, eine eigene Bar (FooBar) mit der härtesten Drupal Band "Kitten Killers" sowie ACDC und Airbourne als Intro und Outro Musik für die Keynotes sorgten für den gewissen Flair.
Traditionell gebührte Dries Buytaert die Ehre, die erste Keynote zu halten. Mit tosendem Applaus begrüßten die Drupaler den "User 1" an dem Tag des Geburtstages seiner Frau in dem großen Keynote-Raum, der während der normalen Sessions in 3 kleinere Räume umfunktioniert wurde.
Dries begann seine Keynote ähnlich wie in San Francisco. Er betonte die Wichtigkeit für die Community, sich auf die "Elephants", also die kapitalstarken Firmen, vorzubereiten und brachte einige Beispiele an. Drupals stetig wachsender Marktanteil und Zuwachs an Commmunitymitgliedern ist ein ausschlaggebender Faktor für die Attraktivität des Drupalprojektes. Dries sponn den Gedanken des Wachstums weiter und präsentierte dem Publikum seine mögliche Vision von Drupal 2020.
Die nächste halbe Stunde spricht er über den Wachstum von Drupal in mehreren Bereichen. Anhand der aktuell vorliegenden Informationen ging er von einem Wachstum um den Faktor 11 aus, der Einfachheit hat er in der Präsentation den Faktor 10 hergenommen. Ausgehend von einem linearen Wachstum aller Bereiche gibt es im Jahr 2020 Drupal 11 mit 60.000 Modulen. Aus dieser schier unglaublichen Anzahl an Modulen, sei die Zahl jetzt realistisch oder nicht, wächst der Gedanke und der Aufruf, sich alternative Herangehensweisen hinsichtlich Modulen zu machen.
Er betonte dabei auch die Wichtigkeit der Community, die Drupal zu dem macht, was es ist. Für das Jahr 2020 hofft er, dass die Community jünger und mit mehr Nicht-Developern ausgestattet ist. An dieser Stelle äußerte er sich auch über die Geschlechterverteilung in der Community, die von einigen Teilnehmern zu Recht als sexistisch angesehen wurde.
Für die Nahe Zukunft ist das Distributionsmodell ein treibender Faktor, allerdings gibt es noch kein funktionierendes Geschäftsmodell dafür. Acquia versucht durch SaaS (Software-as-a-service) einen Markt zu etablieren. Distributionen wie OpenAtrium werden in Zukunft häufiger heruntergeladen werden als der Drupalcore.
Die Keynote am Mittwoch hielt der Erschaffer von PHP. Auf der Tagesordnung stand das Thema Drupal und Performance. Rasmus erläuterte zu Beginn die Entwicklungsgeschichte von PHP und die Neuerungen in PHP 5.3 und konzentrierte sich anschließend die restliche Zeit auf das Thema Performance.
Zuerst stellte Rasmus einige Tools vor, mit denen sich Performance messen, analysieren und verbessern lässt. XDebug, APC, Varnish helfen u.a. bei der Optimierung der Performance. Tools sind allerdings nicht alles und so begann er sukzessive Schwachstellen im Drupal 7 Core aufzuzeigen.
Mittels XDebug erläuterte er, dass Drupal zu häufig "require_once" und "include_once" aufruft, das zu oft auch unnötig. Er beschäftigte sich auch mit dem Bootstrapping und dem Finden der Settings-Datei und verglich die originale Drupal 7 Version mit einer gehackten Version.
Besonderes Augenmerk legte er auf die Portierung von Funktionen in natives C und zeigte dies an einem Beispiel. Auch die Nutzung von HipHop, einem Tool, welches von Facebook genutzt wird und PHP in C++ übersetzt und kompiliert. Aufgrund der "übermäßigen OO" Ausrichtung ist derzeit eine Nutzung von HipHop und Drupal 7 leider nicht möglich.
Am letzten Tag der Con ging es um das Thema HTML5. Jeremy Keith erläuterte zunächst die Entwicklung HTML und XHTML und verglich die Versionen untereinander. Sein Augenmerk lag dabei auf dem Design der Sprache. Er erklärte das Prinzip der Robustheit an Hand der Toleranz von Browsern gegenüber von Spezifikationen abweichbarem HTML/XHTML Code und führte in HTML 5 ein.
Jeremy präsentierte einige Beispiele in der Änderung der Spezifikation für HTML5. Er erläuterte das Zusammenspiel der Tags section, header, footer, aside und ein paar mehr und ging auch auf das Thema "HTML5 versus Flash" ein, mit dem Ergebnis, dass beide sich eher ergänzen als bekämpfen. Durch eine geschickte Koppelung der beiden Technologien kann dem User sehr flexibel Medieninhalte präsentiert werden.
Das Sessionprogramm war wie erwartet äußert bunt gestrickt. Insbesondere Session über neue Module bzw. neue Modulversionen für Drupal 7 waren sehr beliebt. Die neuen Möglichkeiten von Rules 2, Groups (dem Nachfolger von Organic Groups) und Views 3 begeisterten die Drupaler und sorgen für viele neue Denkanstöße. Sowohl für Designer mit Sessions wie beispielsweise "Grids" von Mark Boulton oder "The Revenge of the Markup" von Morten als auch für Coder, Business und Drupalneulinge war das Programm gut gefüllt.
Die aufgenommenen Sessions sind eine Woche nach der Con wie immer auf archive.org verfügbar.
Die Organisatoren haben sich eine Menge einfallen lassen, um die Teilnehmer auch nach dem Sessionprogramm bei Laune zu halten.
So wurde für 4 Tage eine Bar angemietet, ein eigenes Bier gebraut und mit der Band "KittenKillers", die neben ihrem Klassiker aus dem Drupalcamp in Stockholm mit neuen Songs wie "Hack Core" oder der Ballade "I can be your module, you can be my theme" die Menge rockten. Letzteres wurde auf der Abschlusssession dann noch einmal unplugged aufgeführt.
Für die Geeks, die auch nach den Sessions weiter die Tastaturen zum qualmen bringen wollten wurde eigens eine Wohnung in der Innenstadt angemietet, die als "ChX Coders Lounge" den Eifrigen bis in die frühen Morgenstunden als Arbeitsplatz zur Verfügung stand. Dort fand auch die Core Developer Summit am Sonntag statt, in der etwa 70 Entwickler die Issue Queue von 32 Critical Issues auf 18 herunter prügelten. Diese erhöhte sich jedoch einige Tage später wieder auf 24 Critical Issues, insbesondere ist der Upgrade Path betroffen.
Neben den ganzen positiven Dingen wie u.a. ein sehr gutes WiFi im Bella Center gab es auch ein paar negative Dinge. Leider war das Catering zum größten Teil unterirdisch und so waren viele Teilnehmer gezwungen, extern zu essen. Vor allem der rationierte Kaffee sorgte bei vielen Teilnehmern für großen Unmut.
Im großen Ganzen war die Drupalcon in Kopenhagen ein Erfolg. Die Organisation lief bis auf einem kleinen Patzer in der Raumnummerierung am ersten Tag hervorragend und reibungslos. Die wichtigsten Punkte einer Con, Socialising und Sessions, wurden hervorragend umgesetzt und die wenn auch teils kontroversen, dennoch interessanten Keynotes integrierten sich gut in das bunte Sessionprogramm.
Um diesen Artikel abzuschließen, möchte ich die Gelegenheit nutzen, mich bei erdfisch und der Drupal Initiative für das Sponsoring zu bedanken, ohne das ich nicht an der Con hätte teilnehmen können. Danke dafür!
Ein Danke geht auch an stBorchert, SteffenR, McGo, aschiwi, eigentor, dereine, luckow, Kars-T, RalfHendel, Ramona und alle anderen Drupaler aus DE, mit denen ich eine tolle Zeit verbracht habe!
awesöme!
Neueste Kommentare
vor 1 Woche 1 Tag
vor 4 Wochen 4 Tage
vor 4 Wochen 4 Tage
vor 6 Wochen 3 Tage
vor 7 Wochen 13 Stunden
vor 7 Wochen 22 Stunden
vor 7 Wochen 1 Tag
vor 8 Wochen 1 Tag
vor 9 Wochen 5 Tage
vor 9 Wochen 5 Tage