
In jedem Drupal 6-Projekt, in dem wir bisher Organic Groups eingesetzt haben, ist dem Kunden nicht auf Anhieb klar, wie das Zugriffssystem von Organic Groups funktioniert. Dies ist allerdings auch zu einem großen Teil der sehr gewöhnungsbedürftigen und von Intuivität weit entfernten UI von Organic Groups geschuldet.
Deshalb nun eine Erläuterung und mögliche Lösungsansätze für dieses Problem.
Wenn man eine neue Gruppe anlegt, kann man verschiedene Einstellungen miteinander kombinieren (vgl. auch erster Screenshot).
Zunächst kann man den Gruppentyp definieren:
Hier beginnt dann die Konfusion, denn intuitiv könnte man ja annehmen, dass Gruppen, die den Gruppentyp "auf Einladung" haben, automatisch auch Gruppen sind, deren Inhalte für Nicht-Mitglieder nicht sichtbar sind. Das ist aber nicht der Fall. Denn die Unterscheidung des Gruppentyps erfolgt hier nicht nach der Art und Weise der Zugänglichkeit der Inhalte, sondern nach der Art des Beitritts. Tatsächlich sind standardmäßig die ersten drei Gruppentypen für Nicht-Mitglieder offen zum Lesen zugänglich, und ebenso auch ihre Inhalte. Nur die "geschlossene" Gruppe zeigt ihre Inhalte standardmäßig keinen Nicht-Mitgliedern.
Es gilt also, die Begrifflichkeit hier zu paraphrasieren:
Aber was ist denn nun mit dem Umstand, dass wir ja eigentlich Gruppen wollten, deren Inhalte Nicht-Mitglieder nicht sehen sollten?
Weiter unten im Formular kommt dann eine Checkbox "Private Gruppe". Dieses muss beim ersten Anlegen der Gruppe explizit gesetzt werden, wenn die Inhalte wirklich "privat" sein sollen.
Die Kombination "privat" mit der Beitrittsart "offen" ergibt keinen Sinn, ist also nicht möglich. Ebenso ist dies bei der geschlossenen Gruppe, also der, bei der man nicht beitreten, sondern nur hinzugefügt werden kann, der Fall.
Kompliziert wird es nun bei den Beitrittsarten "moderiert" und "auf Einladung". Bei ersterem macht die Einstellung "privat" keinen rechten Sinn. Nur bei "auf Einladung" ergibt sich eine echte Unterscheidung, ob man diese Beitrittsart noch mit dem Attribut "privat" versieht oder nicht. Wird das Attribut nicht gesetzt können User zwar nicht einfach beitreten, aber dennoch alle Inhalte, die dort gepostet werden lesen. Das dürfte derjenige Fall sein, der am häufigsten für Verwirrung sorgt.
Die Kombination ist also wichtig, und das gilt auch bei Gruppenbeiträgen an sich. Diese haben auch noch mal eine Checkbox "öffentlich/public", die man setzen kann (vgl. 2. Screenshot). So kann man beispielsweise in einer geschlossenen Gruppe einen Post auf "public" setzen, dann ist er auch für Nichtmitglieder lesbar. Auch alle Posts innerhalb von offenen/moderierten/auf Einladung Gruppen sind ohne weitere Einstellungen bei der genannten "privat" Checkbox öffentlich, und vor allem: sie behalten diese Einstellung auch dann bei, wenn man bei einer bestehenden Gruppe nachträglich den Gruppentyp oder den Privatheits-Status ändert. Dieser Umstand, dass die Sichtbarkeitseinstellungen von Gruppeninhalten im Grunde unabhängig von den Sichtbarkeitseinstellungen der Gruppe selber sind, ist ein weiterer Punkt, der beim Kunden immer wieder zu viel Verwirrung und Konfusion führt.
Um es zusammenzufassen: eine Gruppe kann privat sein, aber ihre Inhalte nicht, eine Gruppe kann "auf Einladung" stehen, aber jeder kann ihre Inhalte sehen, man kann eine offene Gruppe auf geschlossen setzen, aber trotzdem sieht danach noch jeder alle Inhalte, die bis zum Zeitpunkt der Umstellung gepostet wurden. Und zu allem Überfluss kommt dann noch die nicht wirklich schlüssige UI hinzu, die es dem unerfahrenen Nutzer nicht leicht macht, auf Anhieb das gewünschte Gruppenverhalten zu finden: Frust und die Vermutung, es mit Bugs zu tun zu haben sind dann seitens des Kunden nur folgerichtig.
Was kann man nun tun, um die Fallstricke für den Kunden und seine Nutzer zu verringern?
Grundlegend ist der typische Wunsch des OG-einsetzenden Kunden ja recht einfach:
Man will offene Gruppen und geschlossene Gruppen, bei ersteren sollen alle die Inhalte lesen können, bei letzeren nur die Mitglieder.
Es gibt nun die Möglichkeit, bestimmte Optionen der Gruppen auszublenden, um die Übersichtlichkeit zu erhöhen. So kann man sagen, es gibt nur noch die Auswahl zwischen "offenen" und "geschlossenen" Gruppen und zudem die "private" Checkbox ausblenden und ebenso die "public" Option bei den Gruppen-Inhalten.
Man will auch "Invite Only" Gruppen, aber diese sollen ihre Inhalte Nicht-Mitgliedern nicht offenbaren? Dann könnte man zudem die Checkbox "privat" automatisch setzen und wiederum ausblenden, so dass diese Einstellung bei jeder neuen Gruppe genau so vorgenommen wird.
Die Anforderungen unterscheiden sich natürlich von Projekt zu Projekt, jedoch sind dies erste Ansätze, Fehlbedienungen durch die Kunden und User, die aus der uneingängigen UI resultieren, zu reduzieren.
Wird eine bereits bestehende Gruppe umgestellt, z.B. von offen auf geschlossen, müssen in der Regel auch die in dieser Gruppe vorhandenen Inhalte konvertiert werden (Anpassung der Sichtbarkeitseinstellungen an die neuen Settings der Gruppe).
Bisher muss dies für jedes Projekt manuell erfolgen und geschieht nicht automatisch. Es ist daher sinnig, über eine generische und konfigurierbare Option zu verfügen, die einem die Arbeit hier abnehmen würde.
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