
Bild: Gizmodo.com
Apple war irgendwie schon immer was besonderes. Produkte mit einem unabstreitbaren Coolness-Faktor, vor einem nennenswerten Aufkommen von Linux der "letzte Hoffnungsträger" gegenüber der Welt-Dominanz von Microsoft und Konsorten... mit einer Fan-Gemeinde die den Konzern mitunter schon in religiöser Zuneigung begegnet.
Doch irgendwie, in letzter Zeit, man liest es immer wieder, ist es mit der Coolness nicht mehr ganz so weit her: Apple scheint "hässlich" geworden zu sein, wenn nicht gar "böse"... ist das ein Trend, der zwangsläufig mit zunehmender Marktmacht eintritt, wie es Microsoft zeigen und inzwischen auch Google?
Man kann das sehen wie man will, aber in letzter Zeit liest man ja einiges, was so garnicht zum eigentlich so positiv besetzte Image der Marke mit dem Apfel im Logo passen will, insbesondere die kontroversen Berichte um das berühmt-berüchtigte iPhone. In Deutschland noch nicht einmal auf dem Markt, hat es hierbei schon kräftig Diskussionen gegeben - Vertragszwang zu einem Anbieter, eher gleichgültige Reaktionen seitens Apple auf kurz nach der Produktveröffentlichung laut gewordener Wünsche von Kunden, Software- und Sicherheitsprobleme. Dann Berichte von Hackern, die das SIM-Lock des iPhones ausgehebelt hatten, und schließlich auch unauthorisierte Patches und Software von Drittanbietern , die die Funktionalität des iPhones gehörig erweitert hatten... Verletzung der Garantie und illegales Handeln würde Apple sagen, Ausdruck von Individualität und berechtigte Modifikationen an einem für teures Geld erworbenen Eigentums-Gegenstand würden andere sagen.
Darüber soll hier nicht geurteilt werden, Fakt ist allerdings: seit vorgestern und mit dem Release eines umfangreichen Firmware-Updates von Apple ist auf solcherart "ungelockten" und "modifizierten" iPhones das große Schweigen eingetreten - nach dem Update ging garnichts mehr. Und das heißt in diesem Falle nicht nur ein zerschossenes System wie man das vielleicht vom PC kennen würde, sondern die Geräte haben den Dienst vollkommen eingestellt und können auch nicht mehr zurückgesetzt oder neu eingerichtet werden - aus dem schmucken High-Tech-Phone ist ein 400 $ teurer "iBrick" (iZiegelstein) geworden... und das mit voller Absicht seitens Apple. Im Moment bleibt einem bei einem solcherart ge"brick"ten iPhone nur die Hoffnung, dass die Hacker-Gruppe, die schon den Unlock für die erste Firmware Version bereit gestellt hat bald mit einer Lösung aufwarten kann
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Wie soll man dazu stehen? Klar, rein formal ist Apple im Recht, wer an seinem Gerät rumfummelt, entsperrt oder unauthorisierte Hacks einspielt und so das iPhone nachhaltig verändert verliert seinen Garantieanspruch und muss sich nicht wundern, wenn sich nachher etwas zerschießt und das Gerät den Dienst verweigert. Aber ist es denn verhältnismäßig, ein derart teures Gerät dann gleich völlig zu deaktivieren, so dass man es theoretisch auch gleich in den Mixer schmeißen könnte wie in einem Werbevideo eines Mixer-Herstellers ? Kann ich dann vielleicht auch irgendwann mein iBook häckseln, weil ich daran Modifikationen vorgenommen habe, die Apple nicht genehm sind? Gut, der Vergleich hinkt, aber dennoch. Man stelle sich vor, eine solche Totalblockade wäre bei einem Microsoft-Produkt als Resultat eines Firmware-Updates herausgekommen, was wäre da das Geschrei groß gewesen...
Tja. Apple war irgendwie immer schon etwas besonderes. Dass sie auch "besonders hässlich" sein können, ist dabei aber eine neue Seite. Es bleibt abzuwarten, ob daraus ein Trend wird. Vielleicht lässt es sich ja eines Tages auf die Kalifornier eben so herrlich schimpfen wie auf einen gewissen anderen Redmonder Konzern...
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